Moderner, Intelligenter, Nachhaltiger

Mobilität in Offenburg bewertet der ADAC-Experte mit einer Note von ca. 2,9. Mein Ziel als zukünftiger OB ist es nicht nur die vom OT geforderte 2,5 zu erreichen, sondern diese zu unterbieten. Wir müssen ein ganzheitliches Verkehrskonzept entwerfen, dass Anreize schafft das Auto das ein oder andere Mal stehen zu lassen. Zusammen müssen wir den Verkehr der Zukunft entwerfen.

Radikale Lösungen sind nicht mein Ansatz. Fahrverbote, Citymaut oder ähnliches machen keinen Sinn. Es muss attraktiver werden das Auto außerhalb der Stadt stehen zu lassen, auf das Fahrrad zu steigen oder auf den ÖPNV umzusteigen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen Wahlmöglichkeiten haben und kein Verkehrskonzept aufgezwungen bekommen.

Velorouten

Velorouten sind besonders attraktiv ausgebaute, beleuchtete Straßen für Radfahrerinnen und Radfahrer. Die größte Sicherheit bieten sie dadurch, dass sie nur mit dem Fahrrad zugänglich sind. Andere Städte gehen da schon mit gutem Beispiel voran. Wir dürfen uns nicht abhängen lassen, was das Thema Mobilität angeht.

Fahrradstraßen und abgegrenzter Fahrradstreifen

Nicht überall ist leider Platz für eine Veloroute. Ich stehe dem neuen Trend einfach alle Fahrradwege mit einem Seitenstreifen auf die Straße zu verlegen, skeptisch gegenüber. Meine Erfahrung aus Städten, in denen das gemacht wurde, zeigt, dass immer noch ein hohes Unfallrisiko besteht. Sei es durch riskante Überholmanöver, wenn die Straße nicht breit genug für einen alleinigen Fahrradseitenstreifen ist oder durch das Beparken des Seitenstreifens durch Autos.

Wir brauchen intelligente Lösungen. Der Radstreifen muss wie in einem aktuellen Spiegel-Artikel beschrieben baulich abgegrenzt werden, um das Radfahren sicherer zu machen. Ist dies durch zu wenig Platz nicht möglich, brauchen wir Fahrradstraßen. Diese können zwar für Anlieger freigegeben werden, aber Radfahrer haben auf einer solchen Straße absoluten Vorrang. Geeignet hierfür sind Straßen, die nicht stark befahren sind und parallel zu einer Hauptverkehrsstraße verlaufen. Mit einer intelligenten Umleitung wird so das Radfahren sicherer und der Autofahrer wird nicht behindert.

Park&Ride Parkhäuser am Stadtrand

Offenburg hat kein Parkhaus an der Stadtgrenze. Durch Neubauten und Verdichtungen in der Innenstadt verschwinden immer mehr Parkmöglichkeiten. Die Folgen sind zugeparkte Fußgänger- und Radwege. Das Verkehrsproblem löst sich nicht, wenn die Parkmöglichkeiten verknappt werden und keine anderen Anreize geboten werden. Ich möchte schrittweise an allen Verkehrsknotenpunkten außerhalb der Stadt Park & Ride Parkhäuser aufbauen. Das bedeutet ein überwachtes Parkhaus am Stadtrand, beispielsweise am Offenburger-Ei, mit einer kostenlosen Busverbindung in die Stadt. Es benötigt einer Bedarfsanalyse, welche Linien für die Park & Ride Linien benötigt werden, um den Pendlerverkehr zu entlasten. Diese Strategie kann auch mit den Velorouten kombiniert werden.

Ausbau des ÖPNV

Zwischen den Ortschaften ist es schwierig sich mit dem ÖPNV in Offenburg fortzubewegen. Aber auch von den äußeren Ortsteilen Offenburgs in die Innenstadt lässt die Frequenz zu wünschen übrig. Natürlich kann man keinen großen Bus einsetzen, wenn er halb leer fährt. Wir müssen einerseits die Frequenz erhöhen und gleichzeitig auch mit Minibussen den ÖPNV ausbauen. Gerade zu den Stoßzeiten müssen mehr Busse fahren und auf Pendler abgestimmt werden. Zusätzlich müssen wir jetzt auch eine Strategie entwickeln für ein älter werdendes Offenburg. Das Konzept des Anrufsammeltaxis muss überarbeitet und ausgeweitet werden zu einem von Tür zu Tür buchbaren Fortbewegungsmittel. Auf festen Strecken wird von der Route geringfügig abgewichen und die Personen abgeholt und zu ihrem auf der Strecke befindlichen Ziel gebracht.

Kostenloser ÖPNV

Samstags muss der ÖPNV kostenlos sein. Die Preise für den ÖPNV in Offenburg sind zu teuer. Wenn eine Familie mit zwei Jugendlichen über 14 Jahren samstags das Auto stehen lassen will und einen Einkaufsbummel in der Innenstadt machen möchte, kostet das die Familie (4 Personen) für die Hin- und Rückfahrt 20,- €! Das Angebot der vier Adventssamstage sollte auf das ganze Jahr ausgeweitet werden. Das bringt den ein oder anderen zusätzlich in die Innenstadt zum Shoppen, der möglicherweise von der Parkplatznot abgehalten wird. Wir brauchen auch ein Kurzstreckenticket und langfristig insgesamt niedrigere Preise für den ÖPNV.

E-Busse

Gefühlt ist Offenburg die letzte Gemeinde in Westdeutschland, die keine E-Busse vorzuweisen hat. Wurde dieser Trend in Offenburg verschlafen? Bei Neuanschaffungen von Bussen sollte der Fuhrpark schrittweise mit E-Bussen und/oder Hybrid-Bussen ersetzt werden.

Der Zebrastreifen am Bahnhof

Der Zebrastreifen funktioniert leider nicht. Es ist gefährlich für Fußgänger und Radfahrer. Autofahrer sind von den langen Wartezeiten genervt und haben kaum eine Chance zu der Hauptverkehrszeit voranzukommen. Das Resultat sind blanke Nerven, Stau und gefährliche Fahrmanöver.

Unverständlich ist, warum die Unterführung nicht direkt im Zuge des Umbaus des ZOB in Angriff genommen wurde. Die kurzfristige Lösung wäre eine Ampel und langfristig ist es nötig durch eine Unterführung für die Fußgänger eine Verbindung zwischen ZOB und Bahnhof zu schaffen.